Pflege-WG Drescheschopf: Gemeinsam leben mit Demenz

Gemeinschaft wie in einer Familie und ein würdevoller Lebensort

Wenn pflegende Angehörige an Ihre Grenzen stoßen

Wenn Sie ein Familienmitglied mit fortschreitender Demenz zu Hause pflegen, kann das sehr belastend sein. Reichen ambulante Hilfen oder Entlastungsangebote nicht mehr aus, kann eine Wohngemeinschaft eine gute Lösung sein.

Die WG Drescheschopf als anbietergestützte Wohngemeinschaft

Die Kirchliche Sozialstation St. Elisabeth e.V. ist der Anbieter der WG Drescheschopfund hat die Dienstaufsicht über die Alltagsassistenz, die 24 Stunden in der WGanwesend ist. Die Anstellung der Koordinationsleitung ist ebenfalls bei derSozialstation.Nach § 4 Abs. 2 Nr. 4 des baden-württembergischen Wohn-, Teilhabe- undPflegegesetzes (WTPG) von 2014 sind die Voraussetzungen für die ambulantbetreute WG erfüllt. Die Sozialstation ist in der WG kein Vollversorger, da dieVersorgung in der Pflege nicht inbegriffen ist.

Das Leben in einer WG

Wohnen, das Wohnumfeld und gelebte Beziehungen mit Angehörigen, Freunden undNachbarn tragen entscheidend zur Lebensqualität bei. Bei Menschen mit Demenz istdies noch wichtiger, weil sie durch Kontinuität Orientierung, Halt und Geborgenheiterfahren, die sie dringend benötigen. Das Fortschreiten der Demenz macht häufig den Verbleib im gewohnten Wohnumfeld unmöglich, weil das Familiensystem überfordert ist. Eine Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz bietet einen Rahmen, um den Alltag in größtmöglicher Normalität zu leben. Individuelle Vorliebenund Rhythmen, die sich aus jeder Biografie eines Bewohners ergeben, bestimmenden Tagesablauf und gehen in die Bereiche Schlafen, Essenszeiten, Pflege und Aktivitäten über. Unser zentrales Anliegen ist die weitest gehende Selbstbestimmtheitdes Bewohners mit seinen Eigenheiten. Eine zugewandte und liebevolle Grundhaltung aller Beschäftigten in der WG ist unabdingbar. Die Zielsetzung ist es, dass die Bewohner* bis zu ihrem Tod in der WG wohnen bleiben können. 

Die Bewohner

In der WG leben 12 Menschen in unterschiedlichen Stadien der Demenz zusammen.Krankheitssymptome, Probleme und Bedürfnisse sind deshalb immer im Wandel, welches die Fähigkeit zur Anpassung bei den Bewohnern einschränkt. Unterstützungder Würde und die Förderung der Lebensqualität der Bewohner stehen immer imMittelpunkt. Jeder Bewohner besitzt ein eigenes Zimmer mit Nasszelle. Das Zimmer ist mit persönlichen Gegenständen ausgestattet und gibt ein Gefühl des zu Hauses eins und dient als Rückzugs- und Ruheraum. 

St. Nikolai Spitalfonds Stiftung als Vermieter

In der WG Drescheschopf schließt jeder einzelne Bewohner den Mietvertrag mit St.Nikolai ab. Das Anmeldeverfahren sowie Anfragen und Informationsgespräche findenüber die Kirchl. Sozialstation statt, ebenso der Abschluss des Mietvertrags.

Die Alltagsassistenz für die Bewohner der WG

In der WG steht der gelingende Alltag zur Schaffung eines für sorglichen familienähnlichen Gebildes im Mittelpunkt des Geschehens. Unerlässlich ist hier für eine qualifizierte Alltagsassistenz, die sich durch soziale und hauswirtschaftlicheKompetenzen auszeichnet.In der Begleitung von Menschen mit Demenz sind biographische Kenntnisse von allergrößter Bedeutung. 

Kenntnisse über entscheidende Lebenserfahrungen, individuelle Vorlieben und Abneigungen sowie über angstauslösende Situationen schaffen die Basis für eine personenorientierte Begleitung und Betreuung. DieseKenntnisse verhelfen auch zu besserem Verständnis und Umgang von auffälligenund aggressiven Verhaltensweisen. Sie bilden die Grundlage der Arbeit derAlltagsassistenz.

Das Leben in der Gemeinschaft richtet sich nach den individuellen Gewohnheiten,Wünschen und Bedürfnissen der Einzelnen, was durch die beschauliche Größe derGruppe ermöglicht wird. Die Bewohner werden motiviert, sich in alltägliche Aufgabeneinzubringen. Dadurch werden Handlungsräume eröffnet, vorhandene Kompetenzen gefördert sowie das Gefühl der Zugehörigkeit und des Selbstwertes gestärkt. 

Hierbeiwird der Wille der Bewohner stets respektiert. Das Ich entwickelt sich über das eigene Tun. Indem dieses Handeln auf diewesentlichen Erfahrungen der Bewohner ausgerichtet ist, erleben sie sich als Personund fühlen sich in ihrer Individualität geachtet. Durch behutsame Unterstützung der Betreuungsperson sollen negative Überforderungssituationen vermieden werden.

Menschen mit Demenz benötigen eine klare, vertraute Tagesstruktur und einenHandlungsrahmen, der es ihnen ermöglicht, sich als kompetent und wichtig zu erleben. Solch ein Rahmen hilft, Orientierung wiederzufinden, die durch die Krankheitin fast allen Lebensbezügen verloren geht.

Organisation der Alltagsassistenz

Der Alltagsassistenz obliegt die Aufgabe, den Alltag für die Bewohner rund um die Uhr zu begleiten. Hierbei werden alle anderen Akteure beteiligt und eingebunden. Die gelebte Philosophie des WG-Konzepts ist die Grundvoraussetzung, dass alleTätigen den besonderen Charakter dieser Wohnform und deren Zielsetzung kennen, akzeptieren und wertschätzen. Folglich müssen die Alltagsassistenten nicht nur Fachqualifikationen aufweisen, sondern auch persönliche Kompetenzen in der Kommunikation, dem Aushandeln und der Kooperation mit allen anderen beteiligten Akteuren aufweisen.Gleichzeitig müssen die Alltagsassistenten die Fähigkeit besitzen, situativ zu agieren, die Bewohner zu motivieren und bisweilen auch ausgleichend zu sein, ohne zu bevormunden oder durchzugreifen.Darüber hinaus müssen die Alltagsassistenten in der Lage sein, einen Haushalt zu organisieren und die Bewohner nach deren individuellen Interessen und Fähigkeiten in die hauswirtschaftlichen Tätigkeiten einzubinden. Eine begleitende und förderndeHaltung gegenüber den Bewohnern der Wohngemeinschaft ist der Maßstab jeglichenHandelns.Die Wohngemeinschaft als Lebensort zu begreifen beinhaltet für uns, dass dieBewohner auf würdige Weise in der Wohngemeinschaft sterben können – wie imhäuslichen Umfeld üblich. Auf Wunsch wirkt die Hospizgruppe Zweitälerland e.V. mit.

Koordinationskraft

Gemäß § 38a SGB XI hat jeder Bewohner einer WG für pflegebedürftige Menschen unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf einen Wohngruppenzuschlag. In diesem Sinne beauftragen die Bewohner der WG Drescheschopf eine Koordinationskraft für die Erledigung folgender Tätigkeiten:

  • Erstellung von Speiseplänen incl. Organisation des Einkaufs,
  • Verwaltung der Haushaltskasse, sowie der indiv. Taschengelder
  • Organisation oder Durchführung von Kleinreparaturen
  • Dekoration und Pflege der Privaträume der Bewohner
  • Gemeinsam mit dem Bewohnergremium Aktivitäten und Feste planen unddurchführen.

Finanzierung

Die Kosten in der WG bestehen aus:

  • Miete einschließlich Nebenkosten,
  • Haushaltsgeld,
  • Betreuungspauschale für die Alltagsassistenz,
  • Entgelt für die Koordinationskraft

 

Die Leistungen der Pflege werden vom selbstgewählten ambulanten Pflegedienstabgerechnet.

Wohnen

Die WG Drescheschopf ist ein Ort des Wohnens. Im Sinne der Unterstützung einermöglichst selbstständigen Lebensführung mit hoher Lebensqualität ist die WGbarrierefrei und befindet sich im 1. Obergeschoß mit einem Fahrstuhl imTreppenhaus.

Individuelle Pflege

Die medizinische Pflege wird von einem ambulanten Pflegedienst übernommen. Jede Bewohnerin und jeder Bewohner wählt diesen selbst aus.

Gemeinschaft leben

Die Abläufe im Haus richten sich nach den Gewohnheiten und Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohner

Förderung und Teilhabe

Die Menschen werden im Alltag einbezogen. Je nach ihren Fähigkeiten und Wünschen. Sie übernehmen Aufgaben, die ihnen vertraut sind, und bleiben aktiv.

Würdevolles Leben

Die Wohngemeinschaft ist ein Zuhause. Bis zuletzt. Wer hier lebt, kann bis zum Lebensende bleiben und in Würde sterben.

Ein Park für die Menschen der Demenz-WG “Drescheschopf”

Ein Park für die Menschen der Demenz-WG “Drescheschopf”

Auf dem Gelände des alten Friedhofs in Buchholz ist ein neuer Park entstanden. Mitten im Stadtteil und direkt gegenüber der Demenz-WG „Drescheschopf“.

Der Generationenpark ist ein Ort für alle. Hier treffen sich Menschen aus dem Stadtteil, aus der WG und aus dem Kindergarten:

  • für kleine Feste und Gottesdienste im Freien
  • zum gemeinsamen Singen
  • zum Austausch bei Kaffee und Kuchen
  • oder einfach nur, um die Natur zu genießen

Barrierefreier Rundweg für demenzerkrankte Menschen, die Orientierung und Sicherheit brauchen

Beete, Schattenplätze und Hochbeete zum Mitmachen und Genießen

Mit dem ehrenamtlichen Engagement bei der Sozialstation St. Elisabeth können Sie anderen und sich selbst viel Freude schenken.

Es gibt vielfältige Einsatzmöglichkeiten:

Im Park ist ein besonderer Rundweg angelegt. So können sich Menschen mit Demenz gut orientieren und mit Rollstuhl oder Rollator sicher unterwegs sind.

Der Weg führt vorbei an schön bepflanzten Beeten, die zu jeder Jahreszeit ein Blickfang sind.

Gemütliche Schattenplätzchen unter hohen Bäumen locken mit bequemen Bänken.

Viele Pflanzen duften köstlich und in Hochbeeten kann selbst gegärtnert werden.

Die Bürgerinnen und Bürger können entsprechende Patenschaften für die Hochbeete übernehmen.

Auch die Demenz-WG wird Pate und bepflanzt ein Beet.

Den Park hat die Sozialstation Waldkirch nicht allein gestaltet. Weitere Partner haben bei der Planung und Finanzierung geholfen:

    • die Evangelische Landeskirche in Baden,
    • die evangelische und katholische Kirchengemeinde Waldkirch
    • sowie die Stadt Waldkirch.

Ihre Ansprechpartnerin

Jolanthe Reis

Pflegedienstleiterin

Telefon: 07681 4072-0
E-Mail: reis@sozialstation-waldkirch.de